Blog zu unterschiedlichen, nicht nur musikalischen Themen. Von Sonja Korkeala (SK) und Mira Alexandra Schnoor (MAS).


Blog - Inhalt

27.02.2017: Bagatellen - Mendelssohn Bartoldy in München (1)

25.02.2017: Erwin Schulhoff - Gefangener der Festung Wülzburg

01.12.2016: Bagatellen - Schönberg und Brahms

18.10.2016: Gespräch über "Um café com os poetas"

24.09.2016: Francesco Fournier Facio - Begegnung mit Pessoa

11.05.2016: "Goldfinch Blues"  - zwei Werke von Stefan Johannes Hanke

11.05.2016: Alexander Muno - zwei Uraufführungen

23.04.2016: Erich Wolfgang Korngold und Arnold Rosé

29.03.2016: Ein Konzertsaal wird verabschiedet - vom Rosé-Quartett

28.03.2016: Brahms, Streichquintett op. 111 - Uraufführung mit Hindernissen

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Hommage an das Rosé-Quartett (1)

Das Leben des Arnold Rosé

Foto: Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv
Foto: Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv

"Arnold Rosé ist nicht bloß ein Wiener Meistergeiger oder d e r Wiener Geiger kurzweg, er ist der erste Quartett-Spieler der Zeit." (Julius Korngold)

Arnold Rosé war eine elegante Erscheinung, ein soignierter Herr, der aussah, wie Thomas Mann in seinem Tagebuch im Dezember 1919 über den 56-Jährigen vermerkte, wie ein "Medizinalrat".

Aber dieser Eindruck konservativer Bürgerlichkeit war nur die eine Seite des Musikers Rosé. Die andere war die des mutigen Vermittlers der Musik der Moderne, der unerschüttert in wahren Konzertsaalschlachten neue Kompositionen, unter anderem von Arnold Schönberg aufführte.

Mehr als ein halbes Jahrhundert lang stand Arnold Rosé im Zentrum des musikalischen Lebens in Wien. Rosés Name ist eng verknüpft mit den beiden bekanntesten Wiener Komponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts, mit Gustav Mahler und mit Arnold Schönberg.

Arnold Rosé wurde am 24. Oktober 1863 in Jassy (im heutigen Rumänien) als Arnold Josef Rosenblum geboren. Nach dem Umzug der Familie nach Wien erhielten Arnold und seine drei Brüder Instrumentalunterricht, der ältere Bruder Eduard wurde Cellist.

Arnold war ein so begabter Geiger, dass er bereits mit 17 Jahren als Solist Karl Goldmarks Violinkonzert mit den Wiener Philharmonikern aufführte. Kurz darauf wurde er zunächst Mitglied des Hofopernorchesters, und dann Soloviolinist und Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Er änderte seinen Namen und nannte sich fortan Rosé.

Rosé wurde zu einem der wichtigsten Musiker Wiens: er wurde zum Hofrat ernannt, stand den Wiener Philharmonikern vor, die ihn zum Ehrenmitglied wählten, war zwischen 1888 und 1896 Konzertmeisters bei den Bayreuther Festspielen und seit 1893 Professor am Konservatorium der Musikfreunde in Wien.

Bei den Bayreuther Festspielen soll er, einer Anekdote der Familie Rosé zufolge, Gustav Mahler beeindruckt haben. Als während der Aufführung der "Walküre" das Orchester unpräzise spielte, soll Rosé aufgestanden sein und es mit deutlichen Gesten zum Zusammenspiel zurückgebracht haben. Und Mahler, der Familienlegende nach, rief aus: "Voilà! Das ist ein Konzertmeister!" (Nach Newman, 20)

Zwischen Mahler und Rosé bestand eine Verbundenheit und Freundschaft, die weit über das Berufliche hinaus ging.

Zunächst heiratete 1898 Arnolds älterer Bruder Eduard Gustav Mahlers Schwester Emma. Am 9. und 10. März 1902 kam es dann zu einer großen Doppelhochzeit. Gustav Mahler, der zum Katholizismus konvertiert war, heiratete in der Wiener Karlskirche die junge Alma Schindler. Einen Tag später heiratete der zum Protestantismus konvertierte Arnold Rosé Mahlers Schwester Justine in der Lutherischen Stadtkirche in der Dorotheergasse.

1902 wurde dem Ehepaar Rosé der Sohn Alfred geboren, 1906 die Tochter Alma, benannt nach ihrer Tante, Gustav Mahlers Frau Alma.

Foto: MAS
Foto: MAS

 

1910 zog die Familie in den 19. Wiener Bezirk nach Döbling, in ein geräumiges Haus in der Pyrkergasse 23.

Hier lebten die Rosés bis zu Justines Tod 1938 und der Flucht von Alma und Arnold 1939 ins Exil nach London.

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Hommage an das Rosé-Quartett (2)

60 Jahre Streichquartett

"Der märchenhaft junge Konzertmeister wurde auch ein märchenhaft junger Quartettprimarius." (Julius Korngold)

Kaum zum Konzertmeister ernannt, gründete Arnold Rosé 1882 ein Streichquartett, das im Januar 1883 sein erstes Konzert gab. Neben Arnold Rosé, der in der langen Zeit, die das Quartett existierte, stets 1. Violine spielte, gehörte zur ersten Besetzung auch Arnolds älterer Bruder Eduard (Violoncello).

Schnell wurde das Rosé-Quartett zu einem der bekanntesten Streichquartette in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es bestand 54 Jahre, von 1882 bis 1936. Nach der Emigration Rosés nach London wurde das Quartett 1939 wiederbelebt. Das letzte Konzert des Rosé-Quartetts fand 1945 statt. Arnold Rosé hat somit eindrucksvolle 60 Jahre als Geiger und Primarius gewirkt.

Rosé-Quartett ca. 1920. Paul Fischer, Arnold Rosé, Anton Ruzitska, Anton Walter. Foto: Bibliothèque nationale de France. Domaine public
Rosé-Quartett ca. 1920. Paul Fischer, Arnold Rosé, Anton Ruzitska, Anton Walter. Foto: Bibliothèque nationale de France. Domaine public

Über das erste Konzert des Quartetts in Wien schrieb der Musikkritiker Julius Korngold:

"Am 22. Jänner 1883 trat die junge Rosé-Vereinigung im Bösendorfer-Saale an die Öffentlichkeit;

(Schon im ersten Konzert präsentierte Rosé eine Novität, ein Werk des Tschechen Zdenko Fibich)."

Das war ein Charakteristikum des Quartetts: Rosé und seine Mitspieler fühlten sich der klassischen Wiener Tradition verpflichtet, waren aber auch offen für unbekannte Werke und für die Komponisten der Moderne, die sich einer heute unvorstellbaren Häme und blanker Aggression zu erwehren hatten.

Besonders intensiv setzte sich Rosé für die Werke Arnold Schönbergs ein. In Wien kam es zu legendären Aufführungen, bei denen das Publikum in Tumulte ausbrach, während Rosé seelenruhig und mit großer Konzentration seine Mitspieler ins Ziel führte.

Der Aufruhr, den die Uraufführung seines zweiten Streichquartetts im Dezember 1908 im Bösendorfersaal in Wien auslöste, bezeichnete Schönberg später als den größten Skandal, den er je erlebt hatte.

Während des Konzerts begann eine Clique von Schönberggegnern, mit Gelächter, Zischen und Trampeln  den Vortrag des Rosé-Quartetts und der Sopranistin Marie Gutheil-Schoder zu stören. Der Lärm wurde immer lauter, die Störer skandierten Parolen wie "Aufhören!", "Nicht weiterspielen". Aber das Rosé-Quartett ließ sich nicht davon abhalten und führte das Werk bis zum Ende auf.

Konzertprogramm Rosé-Quartett 1912. Foto: Österreichische Nationalbibliothek Bildarchiv
Konzertprogramm Rosé-Quartett 1912. Foto: Österreichische Nationalbibliothek Bildarchiv

Nachträglich zu Rosés 60. Geburtstag und seiner Ernennung zum Hofrat gratulierte Schönberg 1923 dann mit "wärmster Dankbarkeit für viele schöne Stunden", und mit der Hoffnung, dass es Rosé möglich sein möge, "noch viele Jahre so zu wirken, wie es uns bisher Freude bereitet und Achtung abgerungen hat".

(Das Zitat stammt aus der umfangreichen Datenbank des Arnold Schönberg Center Wien, in dem ein Großteil der über 20.000 Briefe von und an Schönberg als digitale Kopie zugänglich ist.)

Inwieweit das Engagement Rosés für Arnold Schönberg von Gustav Mahler beeinflusst war, ist schwer zu sagen. Mahler hielt sehr viel von Schönberg, auch wenn er, wie er sagte, dessen Musik nicht verstand. Aber seiner Frau Alma trug er noch auf dem Sterbebett auf, Schönberg zu unterstützen. Was Alma, wie man dem Briefwechsel zwischen ihr und Schönberg entnehmen kann, sehr engagiert und erfolgreich tat. Vielleicht gab Mahler seinem Schwager Rosé einen ähnlichen Auftrag.

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Durchgeknallte Capriccios – von Callot über Hoffmann zu Wellesz

E.T.A. Hoffmanns 1821 erschienene Erzählung "Prinzessin Brambilla. Ein Capriccio nach Jakob Callot" ist, wie es gleich im Vorwort heißt, "kein Buch für Leute, die alles gern ernst und wichtig nehmen."

Der Herausgeber bittet die Leser, "doch ja die Basis des Ganzen, nämlich Callots phantastisch karikierte Blätter, nicht aus dem Auge zu verlieren und auch daran zu denken, was der Musiker etwa von einem Capriccio verlangen mag."

Callot: Balli di Sfessania. Capitano Cardoni und Maramao
Callot: Balli di Sfessania. Capitano Cardoni und Maramao

Da legt der romantische Dichter und Komponist Hoffmann schon die richtige Spur zu einem multimedial bearbeiteten Motiv, das über den Maler und Graphiker Jacques Callot im frühen 17. Jahrhundert bis zum österreichischen Komponisten Egon Wellesz im frühen 20. Jahrhundert führt.

Ausgangspunkt von E.T.A. Hoffmanns Erzählung ist ein Zyklus von Radierungen, die der französische Maler Callot (1592-1635) in den 1620er Jahren schuf: die "Balli di Sfessania". Der Zyklus stellt Figuren aus dem Karneval dar, die tanzen, kämpfen, musizieren, die mal derb, mal höfisch posieren.

In dieser Atmosphäre, mitten im römischen Karneval, spielt auch Hoffmanns Erzählung. Und ebenso wenig wie man die maskierten Karnevals-Figuren erkennen kann, blickt man in Hoffmanns Text durch, denn es geht drunter und drüber.

Alles beginnt mit dem Schneidermädchen Giacinta und dem Schauspieler Giglio. Ihre Liebesgeschichte wird verknüpft mit phantastischen, märchenhaften Verwicklungen, in denen die mysteriöse äthiopische Prinzessin Brambilla und der ebenso rätselhafte assyrische Prinz Cornelio Chiapperi eine wichtige Rolle spielen. Nur - sind diese Figuren real, sind sie erträumt, und wenn, von wem? Von den Hauptfiguren Giacinta und Giglio, oder vom Erzähler, der sich ständig einmischt? Es ist kein Spiel mit doppeltem Boden, eher ein Gang durch ein Spiegelkabinett, bei dem man an jeder Biegung vielfach gespiegelte Figuren sieht. Sind es Doppelgänger, die man da sieht, ist man das selbst, aber in anderer, in verzerrter Gestalt?

Eines ist sicher:

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Reiz der Ambivalenz: Hankyeol Yoon und sein erstes Streichquartett

Der südkoreanische Komponist Hankyeol Yoon
Hankyeol Yoon

Hankyeol Yoon wurde 1994 in Südkorea geboren. Mit 17 Jahren begann er an der Hochschule für Musik und Theather München ein Kompositionsstudium bei Prof. Isabel Mundry. Seit 2013 studiert er zusätzlich Klavier bei Prof. Yuka Imamine und seit 2014 Orchesterdirigieren bei Prof. Bruno Weil.

Hankyeol Yoon nahm erfolgreich an zahlreichen Kompositionswettbewerben teil. So war er 2014 Finalist beim Internationalen Kammermusikwettbewerb “Franz Schubert und die Musik der Moderne” in Graz und 2015 mit seinem Streichquartett "Klangfoto" im Finale des internationalen Kompositionswettbewerbs "Concours de Geneve 2015".

Mit seinem ersten Streichquartett "String Quartet (2011)" gewann Hankyeol Yoon den dritten Preis beim Günter Bialas-Kompositionswettbewerb für Kammermusik 2015. (Ein erster Preis wurde nicht vergeben.)

Hankyeol Yoon über sein "String Quartet (2011)":

 "Das ist das allererste Stück, das ich in München, gleich nach Anfang meines Studiums, komponiert habe. Das ist jetzt fast fünf Jahre her, ich war damals 17 und jetzt bin ich 21. Meine Musik hat sich seitdem weiter entwickelt und geändert, aber auch in meiner jetzigen Musik bleibt immer noch das fundamentale Gefühl wie in dem ersten Streichquartett.

Das Stück ist mir besonders wichtig, nicht nur, weil es die erste Komposition in München war, sondern auch, weil ich hier zum allerersten Mal konkretere Ideen und mein eigenes musikalisches Material, meine Kriterien usw. bereits vor dem Schreiben systematisiert habe.

Davor, als ich noch jünger war und noch nicht mit dem Studium angefangen hatte, habe ich beim Komponieren immer vor dem Klavier improvisiert und das, was ich bei diesem Improvisieren schön fand, einfach aufs Notenpapier geschrieben, die schönen Sachen entstanden quasi aus solchen Zufällen.

Meine Professorin legte mir dann eine neue Arbeitsweise ans Herz und schlug vor, dass ich ein Stück zunächst im Wesentlichen plane.

Mir waren seit langem, eigentlich schon immer, Harmonien und Akkorde wichtig, da ich finde, das sind die Elemente, die die Luft und Atmosphäre der Musik zu allererst bestimmen. Deshalb habe ich eine Reihe von 6 vierstimmigen Akkorden für dieses Quartett festgelegt, die erstens sehr linear gebunden sein und, nach meiner Meinung, ambivalent klingen sollen. Ambivalent in dem Sinn, dass sie weder als tonal/konsonant noch als atonal/dissonant betrachtet werden sollten. Das Quartett besteht ja durchaus aus dieser Harmonie. Das Tonmaterial steht, liegt und mischt sich so im Zickzack Sinne.

In meiner jetzigen Musik, fünf Jahre später, liegen ja noch mehrere Systeme und Gedanken neben- oder übereinander, aber harmonisch fühle ich mich immer noch in diesem Reiz der Ambivalenz sehr wohl. Deshalb ist mir dieses Quartett immer noch sehr wichtig." 

(© Hankyeol Yoon/MAS)

Jouni Kaipainen ist gestorben

Jouni Kaipainen - Kimito Island Music Festival 2010
Labbnäs / Kimito Island Music Festival

(SK) Ich schreibe meinen ersten Blog-Beitrag zu einem traurigen Thema. Am 23. November 2015 ist in Tampere nach längerer Krankheit der finnische Komponist Jouni Kaipainen gestorben, am Abend vor seinem 59. Geburtstag. Wir hatten das Glück, zwei seiner Werke beim Kimito Island Music Festival uraufführen zu können.

2010 brachten Wen Xiao Zheng (Viola) und mein Schwager und Festivalgründer Martti Rautio (Klavier) in der Kirche von Västanfjärd "Inno - für Viola und Klavier" zur Uraufführung

Ein Jahr später dann spielte ich mit Helena Juntunen (Sopran), dem Rodin-Quartett, Ulrich Wolff (Kontrabass) und Eveliina Kytömäki (Klavier) die Uraufführung von "Var det Edith?" Op. 95 (2011).

Eine tolle große Kammermusikbesetzung. Beide Stücke wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Jouni schrieb für alle Besetzungen, symphonische Werke ebenso wie Kammermusik.

Seine Stücke haben oft interessante, geheimnisvolle Titel, die die Hörer zum Nachdenken anregen.

Der finnische Komponist und Dirigent Esa-Pekka Salonen schrieb auf Twitter: "Finland has lost one of its best composers. It’s up to us now to keep his legacy alive".

Jouni Kaipainen, 24.11.1956 (Helsinki) - 23.11.2015 (Tampere).

Artikel in der englischen Wikipedia mit Werkverzeichnis.

"Gestalten" von Hsiu-Wei Hu

Der Komponist Hsiu-Wei Hu
Hsiu-Wei Hu

Der 1985 in Taiwan geborene Hsiu-Wei Hu begann mit 17 Jahren Kompositionsunterricht bei Prof. Yu-Chung Tseng. 2004 studierte er an der National Taiwan University of Art im Hauptfach Komposition bei Jin-Feng Yang und Dan-Hsiang Tang und im Nebenfach Klavier bei Ren-Jen Wang. Seit 2010 studiert er am Dr. Hoch's Konservatorium Komposition bei Claus Kühnl.

Werke (Auswahl): Ein Sommernachmittagstraum - für Klavier (2012) / Naraka - für Akkordeon, Altsaxofon (UA 2012/2013) / Sammeln - für Bariton, Klavier (UA 2013) / Trio für Klarinette in B, Bratsche, Klavier, nach dem Bild "Die Sünde" von Franz von Stuck (UA 2014) / Im Wald - für Cello (UA 2014) / Schwerttanz - für Flöten, Live-Elektronik (UA 2015)

Für sein Streichquartett "Gestalten" aus dem Jahr 2014 wurde Hsiu-Wei Hu mit dem zweiten Preis beim Günter Bialas-Kompositionswettbewerb für Kammermusik 2015 ausgezeichnet. (Ein erster Preis wurde nicht vergeben).

Zu seinem Stück sagt Hsiu-Wei Hu:

"Der Titel Gestalten bezeichnet hauptsächlich den Prozess der Schöpfung. Jedoch spielt auch der Gedanke der Figuren eine wichtige Rolle. Die im Stück zunächst punktuelle Komposition, wird dann in eine größere Klangfläche verwandelt, welche sich zum Ende jedoch wieder auflöst.

Das Stück beginnt in einem 5-taktigen Muster, dessen Densität und Intensität stetig bis kurz vor Hälfte des Stückes ansteigt. Mit einer geheimnisvollen Einstimmigkeit beginnt der Mittelteil. Der anschließende choralartige 4-stimmige Satz bietet einen stimmungsvollen Wandel. Am Ende des Mittelteils erklingt der letzte Atemzug der Einstimmigkeit, deren mystische Stimmung nun vom variierten 5-taktigen Muster aufgegriffen wird. Zum Schluss zerstreuen sich die Klänge des Stückes."

"Musik wurde seit der Antike der Arithmetik zugeordnet, deswegen habe ich für das Stück eine Primzahlreihe (2, 3, 5, 7, 11, 13) verwendet, die den Rhythmus der Harmonien und deren Töne bestimmt. Sowohl die Mathematik als auch die musikalische Vorstellung und das musikantische Gefühl spielen in diesem Stück eine wichtige Rolle."

(© Hsiu-Wei Hu / MAS)

Karl Weigl – Einige biografische Anmerkungen

Der Komponist Karl Weigl (1881-1949). [Bildnachweis: Österreichische Nationalbibliothek.]
Der Komponist Karl Weigl (1881-1949). [Bildnachweis: Österreichische Nationalbibliothek.]

Arnold Schönberg am 9. Juni 1904 an Arnold Rosé:

"Hochverehrter Herr Concertmeister. Ich möchte Ihnen heute noch auf das Allerwärmste einen jungen, hochbegabten Componisten anempfehlen: Herr Dr. Carl Weigl, der sich erlauben wird, sich Ihnen vorzustellen. Derselbe hat ein Streichquartett von ganz außerordentlichen Qualitäten componiert, das er Ihnen gerne zur Aufführung überreichen möchte. Ich halte dasselbe sowohl der Erfindung nach, als auch der unglaublich ernsten und gediegenen Arbeit nach für eine entschieden starke Talentprobe und bin überzeugt, dass es auch Ihnen gefallen wird. Eine Aufführung würde sich sicher rechtfertigen und sehr lohnen. Dr. Weigl ist übrigens derzeit auch Correpetitor in der Hof-Oper, also Ihnen vielleicht von daher bekannt. Ich empfehle mich Ihnen auf das Beste mit vorzüglicher Hochachtung Arnold Schönberg." [Used by permission of Belmont Music Publishers, Los Angeles]

Der Komponistenkollege, den Schönberg so lobte, war der am 6. Februar 1881 in Wien geborene Karl Ignaz Weigl. Bereits mit 15 Jahren, noch als Schüler, erhielt der musikalisch begabte Weigl Kompositionsunterricht bei Alexander Zemlinsky. 

Wiener Wahlverwandtschaften

Zemlinsky war nicht nur der Lehrer von Weigl, auch Arnold Schönberg hatte bei ihm Unterricht. Und Alma Schindler, die später nicht den in sie verliebten Zemlinsky, sondern den Hofoperndirektor Gustav Mahler heiratete. Wohingegen Schönberg sich mit Zemlinskys Schwester Mathilde vermählte. Und der Konzertmeister und Quartettprimarius Arnold Rosé heiratete Justine Mahler, eine Schwester von Gustav. Ebenso wie sein Bruder Eduard Rosé, der Emma Mahler heiratete, eine andere Schwester des großen Komponisten.

Auch Rudolf Stefan Hoffmann, später ein wichtiger Freund Weigls, hatte Privatstunden in Zemlinskys Wohnung in der Oberen Weißgerberstraße in Wien.

Studium, erste Anstellung, Frühwerk

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Karl Weigl: Fünf Lieder für Sopran und Streichquartett op. 40

Karl Weigl [Karl Weigl Foundation]
Karl Weigl [Karl Weigl Foundation]

Vokalkompositionen waren eine große Leidenschaft von Karl Weigl. In seinen ersten Jahren komponierte er hauptsächlich für Singstimmen und erreichte bereits 1904 mit "Ein Stelldichein" für hohe Stimme und Streichsextett einen stilistischen Höhepunkt. Die Textgrundlage ist das gleichnamige Gedicht von Richard Dehmel (1863-1920) aus seiner Sammlung "Weib und Welt".

Seine besondere Affinität zu Vokalkompositionen zeigt sich in Weigls ausführlichem Werkverzeichnis. Es finden sich dort Lieder für Solostimme und Klavier, A-cappella-Kompositionen, Lieder für Stimme und Streichinstrumente, Chorwerke und Orchesterstücke mit Gesang.

Eine der bekanntesten und neben "Ein Stelldichein" am häufigsten aufgeführten Kompositionen sind die "Fünf Lieder für Sopran und Streichquartett op. 40". Komponiert 1934, wurde das Werk zum ersten Mal bei einem Privatkonzert im März 1937 aufgeführt. Die erste öffentliche Aufführung fand am 5. November 1937 im Brahms-Saal in Wien statt.

Es sang die international berühmte Sopranistin Elisabeth Schumann, der noch 1937 die Flucht erst nach England, dann in die USA gelang. (Elisabeth Schumann starb 1952 in New York.)

Elisabeth Schumann. [Library of Congress, Bain Collection]
Elisabeth Schumann. [Library of Congress, Bain Collection]

Das Rosé-Quartett spielte (nach den Angaben der Karl-Weigl-Foundation) in der Besetzung:

Arnold Rosé (Violine)

Anton Weiss (Violine). Er starb am 1. Dezember 1940 in Wien an den Folgen eines Schlaganfalls, den er nach der Vertreibung aus seiner Wiener Wohnung erlitten hatte.

Julius Stwertka (Viola). Er starb am 27. August 1942 gemeinsam mit seiner Frau in Theresienstadt.

Friedrich Buxbaum (Violoncello). Ihm gelang ebenso wie Arnold Rosé die Flucht nach England.

Alle Musiker waren Mitglieder der Wiener Philharmoniker.

Die Aufführung im November 1937 war ein großer Erfolg. Der Rezensent der Zeitung "Reichspost" schrieb am 9. November 1937:

"Kammersängerin Elisabeth Schumann, der diese Lieder zugeeignet sind, und das Rosé Quartett (die Herren Hofrat Rosé, Stvertka, Weiß und Buxbaum) erwiesen sich als vollendete Interpreten dieser vor allem auch im Instrumentalsatz hervorragenden Kompositionen und ernteten anhaltenden stürmischen Beifall." [Karl Weigl Foundation]

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Karl Weigl Foundation - Fülle des Materials

Das Interesse an der Musik Karl Weigls ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es gibt inzwischen Aufnahmen vieler Lieder, Streichquartette, Symphonien, des Violin- und des Klavierkonzertes.

Zu verdanken ist das auch den Bemühungen der Karl Weigl Foundation, die ihren Sitz in San Rafael in Kalifornien hat.

 

Zwei Jahre nach Karl Weigls Tod schrieben Freunde und Unterstützer im März 1951 einen offenen Brief, um an den 70. Geburtstag des Komponisten zu erinnern. Zu den Unterstützern gehörten der Klavierpädagoge Bruno Eisner, der Dirigent Kurt Adler, der Pianist Mieczyslav Horszowski, der österreichische Komponist und Musikpädagoge Eric Zeisl und viele andere.

 

1967 wurde der Karl Weigl Memorial Fund am Mannes College of Music gegründet. Zu den künstlerischen Beratern gehörten neben vielen anderen bedeutenden Musikern der Dirigent Kurt Adler, der Violinist Raphael Bronstein, Cellist Pablo Casals, Benar Heifetz (der langjährige Cellist des Kollisch-Quartetts), der Pianist Mieczyslow Horszowski, die Pianistin Lili Kraus, der Violinist Yehudi Menuhin, Maria Weigl Piers, Alfred Rosé (der Sohn von Arnold Rosé), der Pianist und Musiktheoretiker Charles Rosen, Frederica Schmitz-Svevo (die Schwägerin des Dichters Italo Svevo), der Violinist Zvi Zeitlin.

Später kamen die Dirigenten Leopold Stokowski und Ainslee Cox hinzu.

Die Liste der beratenden Mitglieder liest sich wie ein Who’s who der musikalischen Welt.

 

1999 wurde die Karl Weigl Foundation gegründet. Präsident ist der Enkel von Karl Weigl, Karl C. Weigl. Direktorin die Musikwissenschaftlerin Julie Brand.

Ziel der Foundation ist es, das Erbe der exilierten Komponisten Karl Weigl und Vally Weigl zu erhalten und Aufführungen ihrer Werke zu unterstützen. Darüber hinaus liegt die Aufmerksamkeit der Foundation auch auf den Werken und Lebensläufen anderer Komponisten, die während der Nazizeit verfolgt, unterdrückt und vertrieben wurden.

Im Bestand des Archivs sind:

Partituren, Entwürfe, Aufführungsmaterial, Aufnahmen. Eine große Auswahl an biographischem Originalmaterial, Dokumente, Briefe, Photographien. Veröffentlichungen, Bücher, Broschüren, Zeitungsartikel, Konzertprogramme, Kritiken.

 

Eine außerordentlich umfangreich gestaltete Website bietet jedem die Möglichkeit, detaillierte Informationen zu Karl Weigl und seinen Werken zu erhalten.

Link: http://karlweigl.org/

Brahms, Streichquintett op. 111 - Uraufführung mit Hindernissen (1890)

Frucht eines Sommers in Ischl

Johannes Brahms, 1889 [Public Domain]
Johannes Brahms, 1889 [Public Domain]

Johannes Brahms, der seit 1862 in Wien lebte, zog sich im Sommer zur Erholung nach Ischl zurück, um dort zu komponieren.

So auch im Sommer 1890, in dem ein spätes Meisterwerk entstand. Zunächst, so der Brahmsfreund und Biograph Max Kalbeck, war da ein Motiv.

Dieses Eingangsmotiv hätte, so Kalbeck, "im Zusammenhange mit der gewaltig aufbrausenden Art seiner Einführung das Allegro einer Symphonie" sein können.

Es wurde aber ein Streichquintett in G-Dur, das zweite, das Brahms schrieb, nach dem ersten in F-Dur op. 88 von 1882.


Dass dieses Motiv ordentliches Potential in sich trug, wurde bei den Proben zur Uraufführung durch das Rosé-Quartett deutlich. 

Herausforderung für Cellisten

Über einem Teppich, den die Streicher weben, schwingt sich das Cello mit einem eindrucksvollen Solo von der tiefen Lage des Instruments hinauf bis in extreme Höhen. "Drei Cellisten in einem", so Geiger Joseph Joachim, wären nötig, "um das Thema bei dem wogenden Forte der andern Instrumente (zwei Violinen und zwei Bratschen) herauszubringen. Überall, wo das Werk zur Aufführung kam, wurde daran herumgeredet und -experimentiert. Kein Cellist konnte dem sempre forte, das sich ihm in der Unterströmung des Satzes entgegenstemmte, Oberwasser abgewinnen."

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Ein Konzertsaal wird verabschiedet - vom Rosé-Quartett

Ludwig Bösendorfer. [Public Domain]
Ludwig Bösendorfer. [Public Domain]

Der Wiener »k.k. Hof- und Kammerklaviermacher« Ludwig Bösendorfer war eine wichtige Persönlichkeit des Wiener Musik- und Kulturlebens. Ebenso wie Brahms verbrachte er seine Sommerfrische in Ischl.

 

Der Brahms-Freund und Biograph Max Kalbeck beschreibt Bösendorfer als einen "bürgerlichen altwiener Elegant mit glänzendem schwarzen »Stößer« und erdfarbenem Sakkopaletot, der im eigenhändig gelenkten Viererzuge von Wien nach Ischl kutschierte und Visitkarten für lästige Schwätzer in der Tasche bereit hielt, mit der in Kupfer gestochenen Aufschrift: »L.B. ist zu seiner Erholung in Ischl.«" 


1872 hatte Bösendorfer im Wiener Palais Liechtenstein in der Herrengasse einen Konzertsaal eingerichtet, der wegen seiner herausragenden Akustik zu den besten Spielstätten der Stadt zählte.

Als der Bösendorfer-Saal im Jahr 1913 abgerissen werden sollte, waren die Wiener Musikliebhaber zutiefst schockiert.

Immerhin waren in diesem traditionsreichen Saal Komponisten und Musiker wie Anton Rubinstein, Franz Liszt, Eugen d’Albert, Johannes Brahms, Ernst v. Dohnány, Max Reger, Arthur Rubinstein, Béla Bartók, Edvard Grieg, Gustav Mahler und Richard Strauss aufgetreten.

Das Abschiedskonzert bestritt das Rosé-Quartett, das diesem Saal eng verbunden war. Denn seit ihrem ersten Konzert 1883 waren Arnold Rosé und seine Mitspieler meistens im Bösendorfer-Saal aufgetreten.

Der Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) beschreibt in seiner autobiographischen Erinnerung "Die Welt von Gestern" dieses Konzert in Wien im Jahr 1913. Ein Jahr vor Beginn des 1. Weltkriegs erscheint sein Szenario als ein Sinnbild vom Ende einer Epoche.

"An sich war dieser kleine Konzertsaal, der ausschließlich der Kammermusik vorbehalten war, ein ganz unbedeutendes, unkünstlerisches Bauwerk (…). Aber er hatte die Resonanz einer alten Violine, er war den Liebhabern der Musik geheiligte Stätte, weil Chopin und Brahms, Liszt und Rubinstein darin konzertiert, weil viele der berühmten Quartette hier zum ersten Male erklungen. Und nun sollte er einem neuen Zweckbau weichen; es war unfassbar für uns, die hier unvergessliche Stunden erlebt. Als die letzten Takte Beethovens verklangen, vom Rosé-Quartett herrlicher als jemals gespielt, verließ keiner seinen Platz. Wir lärmten und applaudierten, einige Frauen schluchzten vor Erregung, niemand wollte es wahrhaben, dass es ein Abschied war. Man verlöschte im Saal die Lichter, um uns zu verjagen. Keiner von den vier- oder fünfhundert der Fanatiker wich von seinem Platz. Eine halbe Stunde, eine Stunde blieben wir, als ob wir es erzwingen könnten durch unsere Gegenwart, dass der alte geheiligte Raum gerettet würde."

(© MAS)

Literatur:

Max Kalbeck: Johannes Brahms (1921)

Stefan Zweig: Die Welt von gestern (1942)

Erich Wolfgang Korngold und Arnold Rosé

Kennengelernt haben sie sich spätestens 1910, das Wunderkind und der Konzertmeister und Primarius.

Erich Wolfgang Korngold, geboren 1897 in Brünn, war nicht nur ein phänomenal begabter Pianist, er war auch, noch im Kindesalter, ein eigenständiger, kreativer Komponist. Als der Neunjährige Gustav Mahler eine eigene Komposition vorspielte, soll der ausgerufen haben: "Ein Genie!". Ähnlich beeindruckt war auch Richard Strauss. 

1901 zog die Familie Korngold nach Wien und Julius Korngold wurde als Nachfolger von Eduard Hanslick Kritiker der "Neuen Freien Presse".

Der kleine Korngold trug schwer an der Last seines Namens, denn sein Vater war ein gefürchtete Musikkritiker. Gefürchtet, weil er rücksichtslos austeilen konnte. Und so mussten Erich und Julius immer damit rechnen, dass die Kritiker-Pfeile, die der Vater hinaus in die Musikwelt geschickt hatte, eines Tages zurückfliegen würden und den Sohn treffen könnten. Daher ließ Julius viele Werke des Sohnes nicht in Wien uraufführen, sondern in München, Hamburg oder Köln. Und wenn es eine Aufführung in Wien gab, war Julius so aufgeregt, dass er zu Hause bleiben musste.


Erich Wolfgang Korngold (Kinderbildnis  1910). Österreichische Nationalbibliothek Bildarchiv.
Erich Wolfgang Korngold (Kinderbildnis 1910). Österreichische Nationalbibliothek Bildarchiv.

Erich Wolfgang scheint recht robust gewesen zu sein, er hielt den dominanten, alles bestimmenden Vater aus und bewahrte sich viele Jahre lang seine Kindlichkeit und Fröhlichkeit. Nicht umsonst heißt eines seiner wichtigsten musikalischen Motive das des "fröhlichen Herzens".

Der Schneemann

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"Goldfinch Blues" - Werke von Stefan Johannes Hanke

Stefan Johannes Hanke
Stefan Johannes Hanke

Stefan Johannes Hanke wurde 1984 in Regensburg geboren. Er studierte Komposition bei Manfred Trojahn und Heinz Winbeck. Er war Stipendiat der Cité Internationale des Arts, Paris und der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem Musiktheater. Nach zwei Kammeropern und zwei Kinderopern, die regelmäßig von verschiedenen Theatern gespielt werden, arbeitet er derzeit an seiner ersten abendfüllenden Oper im Auftrag der Staatsoper Hannover. Weitere Auftraggeber und Interpreten waren u.a. der Deutsche Musikrat, das Haydn Orchester Bozen, die European Concert Hall Organisation (ECHO), die Münchner Symphoniker, das Asasello Quartett und das Ensemble Modern.

Im Konzert "Zeitgenössische Kammermusik im Dialog"  werden zwei Werke Hankes aufgeführt.

"Goldfinch Blues" für Klaviertrio (2011)

»Das Klaviertrio war ein Auftrag des "Cardellino e.V." Essen, der sich nach dem Flötenkonzert von Vivaldi RV 428 benannt hat, und bei allen vergebenen Aufträgen vorschreibt, dass der Komponist "in hörbarer Weise" Material aus diesem Konzert verarbeitet. Da das Stück, abgesehen von der Vivaldi Passage kurz vor Ende, einen relativ ruppigen Gestus hat, die Spielanweisung lautet "rauh, dreckig", und vielen Abschnitten ein 6/8 Shuffle zu Grunde liegt, hat es den Namen "Goldfinch Blues" bekommen. «

(Stefan Johannes Hanke)

American Goldfinch. By Breck22 (Own work)*
American Goldfinch. By Breck22 (Own work)*

Mit: Sonja Korkeala, Violine / Clemens Weigel, Violoncello / Markus Bellheim, Klavier

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Alexander Muno - Zwei Uraufführungen

Alexander Muno
Alexander Muno

Alexander Muno wurde am 21. November 1979 in Saarburg, Rheinland-Pfalz geboren.

Nach dem Abitur leistete er 1999/2000 Zivildienst an einer Schule für verhaltensauffällige Kinder, und studierte daneben bei Prof. Theo Brandmüller an der Hochschule für Musik Saar.

2000-2005 studierte er Komposition bei Prof. Heinz Winbeck an der Hochschule für Musik in Würzburg, wo er sein Diplom mit Auszeichnung ablegte und nach einem Meisterklassenstudium 2008 sein Meisterklassendiplom. Von 2003-2006 studierte er Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Alexander Muno unterrichtet seit 2008 Komposition an der Internationalen Musikschule Berlin. Seine Werke erscheinen seit 2007 bei Verlag C. F. Peters, Frankfurt am Main.

 

"Stilleben; still-born blossoms, fruits & thorns"

Herbstmusik für Viola, Violoncello und Klavier (2012) - die Uraufführung wurde verschoben.

Mit Wen Xiao Zheng, Viola / Clemens Weigel, Violoncello / Markus Bellheim, Klavier

Alexander Muno:

»Die beiden Stücke, die am 31. Mai im Rahmen von Kammermusik im Dialog uraufgeführt werden, sind in einem Abstand von mehr als drei Jahren entstanden. Sie haben aber manche Gemeinsamkeit. Rein äußerlich betrachtet handelt es sich in beiden Fällen um Klaviertrios, in unterschiedlicher Besetzung. Formal stehen beide der romantischen Gattung des Albums nahe.

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Francesco Fournier Facio - Begegnung mit Fernando Pessoa

News: Radioausstrahlung am Do. 01.06.2017, 22.05 - BR Klassik, Horizonte. Info BR

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Francesco Fournier Facio
Francesco Fournier Facio

Der Komponist und Musiker Francesco Fournier Facio wurde 1996 in Rom geboren. Er studierte Komposition bei Fabio Vacchi, Riccardo Panfili, Jean-Jacquez Nattiez (Université de Montréal), Giorgio Battistelli (Accademia Chigiana di Siena) und Luca Lombardi. 2013 und 2014 studierte er Filmmusik bei Luis Bacalov an der Accademia Chigiana di Siena.

Francesco Fournier Facio ist Preisträger des Bialas-Förderpreises. 

Di. 15.11.2016, 19.00 Bayerische Akademie der Schönen Künste München 

Uraufführung des Auftragswerkes

"Um café com os poetas" für Streichquartett und Oboe 

Mit: Heike Steinbrecher, Oboe / Rodin-Quartett

Peter Michael Hamel und Luca Lombardi

im Gespräch mit Francesco Fournier Facio


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Gespräch über "Um café com os poetas"

News: Radioausstrahlung am Do. 01.06.2017, 22.05 - BR Klassik, Horizonte. Info BR

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Francesco Fournier Facio im Oktober 2016:

"In meinen Werken, besonders in den Instrumentalstücken, möchte ich immer eine Geschichte erzählen. Das ist so, als würde man den Hörer bei der Hand nehmen und ihn zu dem Stück hinführen. Besonders bei zeitgenössischer Musik ist das sehr wichtig, denke ich, denn heutzutage ist die Gefahr sehr groß, in einem hermetischen Raum mit nur wenig Publikum zu bleiben.

Daher ist mein erstes Ziel, etwas zu schreiben, das jeden erreichen kann, egal ob gebildet oder nicht, erfahren mit dieser Art von Musik oder nicht.

Eine Geschichte zu erzählen, hilft in dieser Hinsicht sehr, denn wenn der Hörer sich erstmal orientieren kann, spielt der Stil, indem das Stück komponiert wurde, keine Rolle mehr, und so verliert zeitgenössische Musik die Anmutung von Kälte und Strenge, die leider viele Menschen mit ihr verbinden."


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