"Gestalten" von Hsiu-Wei Hu

Der Komponist Hsiu-Wei Hu
Hsiu-Wei Hu

Der 1985 in Taiwan geborene Hsiu-Wei Hu begann mit 17 Jahren Kompositionsunterricht bei Prof. Yu-Chung Tseng. 2004 studierte er an der National Taiwan University of Art im Hauptfach Komposition bei Jin-Feng Yang und Dan-Hsiang Tang und im Nebenfach Klavier bei Ren-Jen Wang. Seit 2010 studiert er am Dr. Hoch's Konservatorium Komposition bei Claus Kühnl.

Werke (Auswahl): Ein Sommernachmittagstraum - für Klavier (2012) / Naraka - für Akkordeon, Altsaxofon (UA 2012/2013) / Sammeln - für Bariton, Klavier (UA 2013) / Trio für Klarinette in B, Bratsche, Klavier, nach dem Bild "Die Sünde" von Franz von Stuck (UA 2014) / Im Wald - für Cello (UA 2014) / Schwerttanz - für Flöten, Live-Elektronik (UA 2015)

Für sein Streichquartett "Gestalten" aus dem Jahr 2014 wurde Hsiu-Wei Hu mit dem zweiten Preis beim Günter Bialas-Kompositionswettbewerb für Kammermusik 2015 ausgezeichnet. (Ein erster Preis wurde nicht vergeben).

Zu seinem Stück sagt Hsiu-Wei Hu:

"Der Titel Gestalten bezeichnet hauptsächlich den Prozess der Schöpfung. Jedoch spielt auch der Gedanke der Figuren eine wichtige Rolle. Die im Stück zunächst punktuelle Komposition, wird dann in eine größere Klangfläche verwandelt, welche sich zum Ende jedoch wieder auflöst.

Das Stück beginnt in einem 5-taktigen Muster, dessen Densität und Intensität stetig bis kurz vor Hälfte des Stückes ansteigt. Mit einer geheimnisvollen Einstimmigkeit beginnt der Mittelteil. Der anschließende choralartige 4-stimmige Satz bietet einen stimmungsvollen Wandel. Am Ende des Mittelteils erklingt der letzte Atemzug der Einstimmigkeit, deren mystische Stimmung nun vom variierten 5-taktigen Muster aufgegriffen wird. Zum Schluss zerstreuen sich die Klänge des Stückes."

"Musik wurde seit der Antike der Arithmetik zugeordnet, deswegen habe ich für das Stück eine Primzahlreihe (2, 3, 5, 7, 11, 13) verwendet, die den Rhythmus der Harmonien und deren Töne bestimmt. Sowohl die Mathematik als auch die musikalische Vorstellung und das musikantische Gefühl spielen in diesem Stück eine wichtige Rolle."

(© Hsiu-Wei Hu / MAS)