Bagatellen

VON MENSCHEN UND MUSIK

Die Bagatelle (Französisch für „Kleinigkeit, Liebschaft“) bezeichnet ein kleines, zyklisch nicht gebundenes Werk der Instrumentalmusik.

Der Bagatellen-Blog versammelt Petitessen, Preziosen, Bilder, Anekdoten und Zitate über "Menschen und Musik".

Inhalt

Nr. 5 - Palermitanische Bilder-Galerie

Nr. 4 - Goethes Ankunft in Palermo

Nr. 3 - Schulhoffs Duo in Schloss Dachau

Nr. 2 - Felix Mendelssohn Bartholdy in München (1)

Nr. 1 - Schönberg und Brahms

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Palermitanische Bilder-Galerie

Fotos einer Konzertreise im Mai 2017 nach:

- Teil 2 -




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Goethes Ankunft in Palermo

Mitbringsel einer Konzertreise im Mai 2017 nach:

- Teil 1 -

Zweieinhalb Wochen verbrachte Johann Wolfgang von Goethe auf seiner italienischen Reise in Palermo. Die ersten Eindrücke der sizilianischen Metropole schilderte er so:

Palermo, Montag, den 2. April 1787. Endlich gelangten wir mit Not und Anstrengung nachmittags um drei Uhr in den Hafen, wo uns ein höchst erfreulicher Anblick entgegentrat. Völlig hergestellt, wie ich war, empfand ich das größte Vergnügen. Die Stadt gegen Norden gekehrt, am Fuß hoher Berge liegend; über ihr, der Tageszeit gemäß, die Sonne herüberscheinend. Die klaren Schattenseiten aller Gebäude sahen uns an, vom Widerschein erleuchtet. 

Monte Pellegrino - "das schönste aller Vorgebirge der Welt"

Palermo, Dienstag, den 3. April 1787. Monte Pellegrino rechts, seine zierlichen Formen im vollkommensten Lichte, links das weit hingestreckte Ufer mit Buchten, Landzungen und Vorgebirgen. Was ferner eine allerliebste Wirkung hervorbrachte, war das junge Grün zierlicher Bäume, deren Gipfel, von hinten erleuchtet, wie große Massen vegetabilischer Johanniswürmer vor den dunkeln Gebäuden hin und wider wogten. Ein klarer Duft blaute alle Schatten.

Monte Pellegrino und Hafen
Monte Pellegrino und Hafen

Palermo, Dienstag, den 3. April 1787. Dann geht es westwärts weiter fort an den gewöhnlichen Landungsplatz, wo kleinere Schiffe anlegen, bis zu dem eigentlichen Hafen an den Molo, die Station größerer Schiffe. Da erhebt sich nun, sämtliche Fahrzeuge zu schützen, in Westen der Monte Pellegrino in seinen schönen Formen, nachdem er ein liebliches, fruchtbares Tal, das sich bis zum jenseitigen Meer erstreckt, zwischen sich und dem eigentlichen festen Land gelassen.

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Schulhoffs Duo in Schloss Dachau

(SK) Nach dem Konzert in Hammelburg im Februar 2017 konnte ich Erwin Schulhoffs wunderbares Duo für Violine und Violoncello am 19. April 2017 im Schloss Dachau spielen, bei dem Meisterkonzert des Europäischen Musikworkshops Altomünster. Gemeinsam mit dem Cellisten Guido Schiefen. In dem Konzert traten Dozenten und Studenten des Meisterkurses auf. In einer Kritik der Süddeutschen Zeitung heißt es:

»Hochkarätiges Konzert. Eine Offenbarung des Musizierens.« Von Adolf Karl Gottwald.

»Das zentrale Werk des Programms war ein Duo für Violine und Violoncello von Erwin Schulhoff. Auch dieses Werk findet sich sonst in keinem Konzertprogramm. Schulhoff gehört ohnehin der sogenannten "lost generation" zwischen den beiden Weltkriegen an, die sich von der musikalischen Spätromantik abwandte ohne sich der Atonalität zu nähern, und Schulhoffs Duo ist zudem ein besonders intimes Stück Kammermusik, das von den Ausführenden zwar hohe Virtuosität verlangt, aber letztlich im Zwiegespräch zwischen Violine und Violoncello ohne Seitenblicke auf unmittelbare Wirkung nach außen verbleibt. Sonja Korkeala und Guido Schiefen waren die idealen Interpreten für diese Musik, sie verstanden sich bestens bis ins kleinste Detail der Auffassung, ihr Zusammenspiel war unübertrefflich, ihr Dialog von Leben erfüllt. Von den drei großen Duos für Violine und Violoncello dieser Zeit - neben Schulhoff, die (bekannteren) Werke von Maurice Ravel und Zoltan Kodaly - ist Schulhoffs Duo das am meisten verinnerlichte und hatte schon deshalb seinen Platz in dem exquisiten Programm.«

Quelle: SZ 21. April 2017. Link zum gesamten Artikel auf der Webseite der SZ. (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/hochkaraetiges-konzert-eine-offenbarung-des-musizierens-1.3472956)

Felix Mendelssohn Bartholdy in München (1)

"In München war ich ein Bier- und Käsevertilger"

"München, 6. October 1831.

Jeden Morgen habe ich zu schreiben, zu corrigiren, zu instrumentiren; so wird es 1 Uhr; da gehe ich nach der Kaufingergasse, in Scheidels Kaffehaus, wo ich alle Gesichter schon auswendig kenne, und die Leute jeden Tag in derselben Stellung finde: Zwei Schach spielend, Drei zusehend, Fünf Zeitung lesend, Sechs zu Mittag essend, und ich bin der Siebente. 


Nach Tische kommt dann gewöhnlich Bärmann, holt mich ab, und wir machen Concert-Besorgungen miteinander, oder gehn spazieren zu einem Bier und Käse; dann geht es wieder nach Hause, und wird gearbeitet. Abends habe ich diesmal zwar durchaus alle Gesellschaften abgelehnt, habe aber doch so viel angenehme Häuser, wo ich uneingeladen hinkomme, daß ich selten bis nach Acht in meiner parterre-Stube Licht habe.


Ich wohne nämlich sehr ebener Erde, in einem Zimmer, das sonst ein Laden war, so daß ich mit einem Schritt mitten auf der Straße bin, wenn ich die Fensterladen vor der Glasthüre aufriegle. Wer gerade vorbeikommt, guckt in's Fenster herein, und sagt guten Morgen." 

Schönberg und Brahms

Verbindungslinien

Sie sind sich nie begegnet, lebten aber ein Vierteljahrhundert in der gleichen Stadt.

Johannes Brahms zog 1872 endgültig nach Wien, wo Arnold Schönberg zwei Jahre später geboren wurde. 

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In Wien wurden 1862 die beiden Klavierquartette op. 25 und op. 26 von Johannes Brahms uraufgeführt.

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Schönberg fühlte sich nicht als Umstürzler, sondern als Weiterentwickler.

„Ich lege nicht so sehr Gewicht darauf, ein musikalischer Bauernschreck zu sein, als vielmehr ein natürlicher Fortsetzer richtig verstandener, guter, alter Tradition“ (Schönberg 1923, Quelle: Arnold Schönberg Center)

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Am 12. Februar 1933 hielt Schönberg einen Vortrag mit dem Titel:  »Brahms, der Fortschrittliche«.

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